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Sein eigenes Buch einsprechen – Warum das eine schlechte und richtig gute Idee zugleich ist.

In den vergangen Wochen habe ich etwas gemacht. Klamm heimlich habe ich an etwas gearbeitet und fast niemandem etwas davon erzählt. Ich habe wieder ein Hörbuch aufgenommen.

Wie ihr ja wisst, gab es die Atlantis-SAGA ursprünglich komplett als Hörbücher. Leider aber haben meine Hörbuchproduktionsfirma und ich uns getrennt und in der Folge sind die Hörbücher zu der „Krone“, der „Prinzessin“ und den „Göttern“ wieder aus den Shops verschwunden. Das ganze ist nun schon ein paar Monate her und ich hatte mich ein wenig daran gewöhnt. In meinem Kopf dachte ich mir, dass es vermutlich besser so ist. Ich hatte die Bücher schließlich als Amateurin selbst eingesprochen. Und auch wenn ich nie nicht eine schlechte Rückmeldung zu meiner Sprecher-Leistung bekommen habe (zum Glück eher das Gegenteil), hatte ich mir gedacht: Irgendwann suchst du dir einen professionellen Sprecher und lässt das ganze von Leuten machen, die auch etwas davon verstehen.

Und dann hat sich etwas geändert. Ich habe eine Buchreihe namens „Achtsam Morden“ von Karsten Dusse gehört (großartig im Übrigen!). Während der 1. Band noch von einem Sprecher namens Matthias Matschke eingesprochen wurde, stellte ich zu meiner Verwunderung fest, dass bei Band 2 Autor und Sprecher ein und dieselbe Person sind. „Das Kind in mir will achtsam morden“ wird einfach wunderbar von Karsten Dusse selbst erzählt (Link zum Buch!). Er klingt natürlich anders als Matthias Matschke und er liest vielleicht rein technisch gesehen nicht ganz so gut. Trotzdem bin ich eindeutig zu dem Schluss gekommen, dass ich Band 2 und Band 3 der Reihe einfach noch mehr genossen habe. Ich habe gelacht, mitgefiebert und konnte einfach nicht mehr aufhören zu lauschen, wie der Autor mir seiner eigenen Stimme sein Buch liest.

Das ganze hat mich motiviert, vielleicht doch noch einmal meine Atlantis-SAGA als Hörbücher und mit mir als Sprecherin zu vertonen. Denn mir ist bei Karsten Dusse aufgefallen, mit wie viel Liebe und Freude er seine Bücher eingesprochen hat. Irgendwie habe ich mich seinem Progatonisten (sofern man ihn denn so nennen kann…) doch näher gefühlt als bei Band 1. Denn egal wie gut ein Sprecher auch sein mag: Auch er muss den Text vor ihm interpretieren und gibt damit, ob er will oder nicht, seine Note zu dem Buch, das schließlich bei den Hörern ankommt. Und das konnte ich mir – zumindest bei der Atlantis-SAGA – einfach nicht vorstellen. Diese Figuren und ihre Geschichte sind so für mich wichtig, dass ich eine glasklare Vorstellung davon habe, wie der Text auch klingen soll. Denn kann ein Sprecher wissen, dass Ria zwar frech und gewieft wirkt, aber damit nur zu kaschieren versucht, wie einsam sie eigentlich ist? Kann jemand, der Rider nicht so gut kennt wie ich, den Spagat hinbekommen zwischen dem Mörder und dem Mann, der eine so besondere Rolle in Rias Leben spielt? Nein!, war meine entschiedene Antwort.

Und damit wären wir beim absoluten Hauptproblem des Selbst-Einsprechens als Autorin. Beim Schreiben höre ich eine Stimme in meinem Kopf. Sie gibt meinen Ton, meinen Stil und die Stimmung vor, mit dem ich ein Buch verfasse. Sie ist auch diejenige, die meine Leser hören sollen, wenn sie sich mein Hörbuch herunterladen. Aber die Stimme in meinem Kopf und meine tatsächliche Stimme in Einklang zu bringen ist überhaupt nicht einfach!

Da gibt es manchmal ganz einfache Probleme. So musste ich ja unbedingt einer Figur einen italienischen Akzent verpassen. Ok, den habe ich ein bisschen geübt und hoffe nun inständig, dass ich niemanden mit meiner Version beleidigt habe. Dann sind da noch andere Kleinigkeiten wie Flüstern, sodass man mich immer noch gut verstehen kann. Zu laut schreien sollte ich wohl auch nicht, auch wenn die Figuren es hin und wieder tun. All das klingt einfacher als es ist.

Schwierig wird es aber bei den Dialogen der Hauptfiguren. Ist euch bei guten Hörbüchern aufgefallen, dass man die Figuren gut voneinander unterscheiden kann, wenn sie sprechen? Und trotzdem klingen gute Sprecher nie so als wenn sie ihre Stimmen allzu stark verstellen. Wie ich jetzt weiß, steckt eine ziemliche Kunst dahinter. Es gibt nämlich verschiedene Wege die Figuren unterscheidbar zu machen. Die Stimmlage ist eine davon. Aber auch wie sie sprechen, kann man steuern: Schnell, flapsig, hochnäsig. Bei Rider habe ich mir zum Beispiel immer vorgestellt, ich hätte Bauchschmerzen. Ich klang sofort tierisch genervt und ungeduldig. 🙂 Bei Calla habe ich beim Sprechen immer gelächelt, weil meine Stimme dann sanfter und höher klang.

Am schwierigsten aber war Ria. Sie ist die Figur, in die am allermeisten von mir selbst mit eingeflossen ist. Jetzt könnte man denken, dass ich sie einfach so sprechen sollte, wie ich auch spreche. Aber will ich das? Klinge ich – ich persönlich – überhaupt buchtauglich? Das ist der Moment, in dem mir klar geworden ist, dass ich mich nicht mehr „nur“ als Autorin präsentiere. Diejenigen, die mein Buch haben, hören mich: unmittelbar und unverfälscht. Was, wenn sie mich und mein Buch nicht mögen? Was, wenn sie Ria für arrogant und unnahbar halten, weil es mir doch nicht gelingt, ihre Nuancen rüberzubringen? Ich bin keine Schauspielerin, keine professionelle Sprecherin. Was, wenn ich nicht genüge?

Trotz all dieser Zweifel habe ich mich hingesetzt und die „Krone“ neu vertont. Als ich sie das erste Mal aufgenommen habe, verstand ich noch überhaupt nichts vom Hörbuchsprechen. Mittlerweile habe ich nicht nur mehr Übung, sondern auch eine kleine Aufnahmekabine (Marke: Eigenbau!), bessere Software und eine (jedenfalls im Ansatz vorhandene) Sprechtechnik. Mit all diesem Handwerkszeug habe ich mich aufgemacht und die „Krone von Atlantis“ ein weiteres Mal eingesprochen – in der Hoffnung ein wirklich gutes Hörbuch abzuliefern.

Ich wusste ehrlich nicht, was mich erwartet. Nachdem die ersten Kapitel eingesprochen waren, packte mich Erschöpfung und meine Ängste drohten Überhand zu nehmen. Aber dann geschah etwas Wunderbares: Ich stellte fest, wie gerne ich mein eigenes Buch lese. Ich liebe meine „Atlantis-SAGA“! In diese Geschichte ist mein ganzes Herzblut geflossen. Sie zu lesen, so richtig zu lesen, hat mir unheimlich viel Freude gemacht. Ich durfte noch einmal mit Ria in Hamburg den Anhänger stehlen, mit Rider nach Kreta fahren und Percy nah sein, als er die ganze Wahrheit erfährt. Niemals sonst nach Abschluss des Manuskripts bin ich so sehr in die Geschichte eingetaucht wie beim Einlesen.

Und das ist der Grund, warum ich meine Bücher weiter selbst einsprechen und bald auch wieder veröffentlichen werde. Für „Blutschuld“ habe ich schon einen Plan. Und für die Atlantis-SAGA schon die Bestätigung bekommen, dass die Bücher ausgeliefert sind (Sobald es soweit ist, sage ich hier bescheid!). Nicht nur, weil es mir eine unglaubliche Freude macht, sondern weil ich inständig hoffe, dass irgendwie über die Kopfhörer, Autolautsprecher oder Bluetoothboxen rüberkommt, wie viel mir diese Geschichten bedeuten. Ganz vielleicht geht es meinen Hörern ja wie mir. Viel Spaß beim Hören!

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Schreiben im Lockdown

Es ist höchste Zeit, dass ich hier wieder einen Blogartikel schreibe. Das Stichwort in diesem Satz ist allerdings Zeit. Denn diese zu finden, ist dieser Tage gar nicht einfach. Ob nun zum Schreiben oder zu allem anderen, was tatsächlich Freude macht, die Zeit ist rar. Ihr kennt das sicher. Der Lockdown raubt uns viele Möglichkeiten und beansprucht uns teilweise bis zur Belastungsgrenze. Ich will nicht meckern. Mir und meiner Familie geht es vergleichsweise ziemlich gut. Aber plötzlich zu allem anderen auch noch eine 24-Stunden-Betreuung für mein Kind darzustellen, stellt mich vor ziemlich große Herausforderungen. Und dann war da ja noch diese schreckliche Schreibblockade

Von der merke ich zum Glück nichts mehr. Denn ich habe für mich das perfekte Rezept gefunden, um diese lästige mentale Sperre zu überwinden. Wenn ihr euch erinnert, hatte ich emotionale Schwierigkeiten mich an den letzten Zeit meiner Atlantis-Saga zu setzen, weil ich die Geschichte nicht loslassen konnte. Hinzu kam ein wenig hilfreicher, plötzlich intensiver Perfektionismus. Aber wenn man Schwierigkeiten hat, ein Buch zu schreiben, habe ich für mich ganz persönlich herausgefunden: Dann muss ich einfach zwei schreiben! 🙂

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass ich ein wenig größenwahnsinnig bin. Allerdings ist dies unter Autoren wohl ziemlich weit verbreitet. 🙂 Aber im Ernst: Es hat mir tatsächlich geholfen, einen weiteren Roman ausgerechnet jetzt zu beginnen. Denn das besondere an ihm ist, dass er zu einem ganz anderen Genre gehört. Er erlaubt es mir, meine Gedanken in komplett andere Bahnen zu lenken, ohne aber meine Schreibübung und -routine zu verlieren. Außerdem macht er mir richtig Spaß.

Zudem habe ich festgestellt, wie vielseitig das Autorenleben sein kann. Ich liebe Fantasy und werde diesem Genre stets treu bleiben. Aber so wenig wie ich nicht nur Vanilleeis esse, sondern auch noch weitere Sorten liebe, gibt es Genres, die mich auch mitreißen. Eines davon sind Krimis!

Ermuntert von der wunderbaren Thea Wilk, die gerade im Begriff ist den 3. Teil ihrer Thriller Reihe „Lara“ herauszubringen (zu dem ich einen klitzekleinen Beitrag leisten durfte) habe ich mich an diesem Genre versucht. Ich bin begeistert. Geheimnisse, Spannung und zweilichtige Charaktere sind das, was ich am Büchern am meisten liebe. Wer hat denn gesagt, dass sie magische Kräfte haben müssen (auch wenn das selbstverständlich mega cool ist)?

Mitten in der Arbeit für diesen Krimi (zu dem nähere Infos zu gegebener Zeit folgen werden), merkte ich plötzlich, dass ich soweit bin. Eines Abends habe ich mich hingesetzt und die Arbeit am 3. Teil der Atlantis-Saga begonnen und seitdem nicht wieder aufgehört. Das Schreiben geht richtig flott, was unter anderem daran liegt, dass ich gerade so viel Übung habe. Und es macht unheimlich großen Spaß.

Tatsächlich sahen meine Tage eine Zeit lang so aus, dass ich in der Tendenz eher morgens an meinem Krimi gesessen und mir überlegt habe, wie ein Mörder wohl am schlauesten vorgeht. In den Abendstunden, wenn es ruhig im Haus wird und die Dunkelheit alles eintaucht, geht es dann nach Atlantis, um der versunkenen Stadt ihre letzten Geheimnisse zu entlocken. Ich liebe es!

Es gab nur ein großes Problem! Jetzt habe ich zwei tolle Bücher und noch weniger Zeit, sie zu schreiben. Denn der Lockdown hat die Stunden am Tag, die ich mir frei einteilen kann auf ein Minimum reduziert. Umso erstaunter war ich letzte Woche, als ich plötzlich 4 Buchstaben unter meinen Krimi setzen konnte: Ende. Ich habe einen ersten Entwurf zu einem vollkommen anderen Buch. Und das Beste: Jetzt steht der Arbeit an Band 3 der Atlantis-Saga nichts meh im Weg.  Ich bin motiviert! Wünscht mir Glück! Und haltet durch!

Eure Freya

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Schreibblockade: Echt jetzt?

Endlich wieder ein Blogbeitrag. Ausgerechnet jetzt. Manchmal kann ich über mich selbst nur den Kopf schütteln.

Denn seit heute ist mir bewusst, dass ich eine Schreibblockade habe. Ja, ich weiß. Es ist irgendwie absurd, über eine Schreibblockade zu schreiben. Müsste das nicht heißen, dass ich diesen Text hier nicht schreiben können sollte?

Nun, unabhängig von der Tatsache, dass ich tatsächlich für diese wenigen Worte deutlich länger gebraucht habe als ursprünglich anvisiert, betrifft mein Dilemma einen bestimmten Text, der einfach nicht aus mir herauskommen möchte. Er ist da – tief in mir. Ich kann die Bilder sehen, die Empfindungen, die irgendwie durch Worte ausgedrückt werden wollen, übermannen mich fast. Was ich meine? Ich meine natürlich den dritten Roman meiner Atlantis-Saga! Die Geschichte ist reif für die Seiten, ich habe das Dokument angelegt und sogar erste Worte niedergeschrieben. Und doch … ich kann mich einfach nicht hinsetzen und schreiben. Irgendetwas hält mich ab.

Jetzt muss man sich nicht vorstellen, dass ich vor meinem Schreibtisch sitze und auf einen blinkenden Cursor starre. In Wahrheit vermeide ich es einfach komplett, mich an meinen Schreibtisch zu setzen. Ich räume auf, esse etwas (zu viel) oder suche mit den Handy nach Nerd-Kram. Ich schaue Webinare, höre Hörbücher und versuche die Tatsache zu vergessen, dass ich mir tatsächlich Zeit zum Schreiben genommen habe. Und trotzdem schreibe ich nicht, sondern vergeude meine wertvollen Stunden.

WIESO? Meiner Freundin Andrea habe ich sehr überzeugend erzählt, dass ich gerade den Prolog meines Buches schreibe, der besonders gut werden muss, weil ich für den Prolog von „Die Prinzessin von Atlantis“ so gutes Feedback bekommen habe. Ich hätte einen Plan für den ersten Abschnitt des 3. Buches. Der Beginn müsse aber perfekt werden, weil er ja das Thema und die Stimmung für den gesamten Roman setzen muss.

Bereits während ich ihr die Nachricht geschickt habe, wurde mir bewusst, dass ich Unsinn rede. Ich machte meiner Freundin genauso etwas vor wie mir selbst. Perfektionismus ist nicht der wahre Grund, weshalb ich nicht schreibe. Während des Tippens leide ich eher an totaler Selbstüberschätzung und denke, dass das, was ich da von mir gebe, das beste ist, was ich jemals produziert habe. (Ein Eindruck, der spätestens im Moment der Überarbeitung in sich zusammenfällt.) Auch wenn ich zugeben muss, dass ich Angst habe, meine Saga auf den letzten Metern zu versauen, so wie andere tolle Reihen es geschafft haben (Star Wars, wie konntest du nur!!!), bin ich eigentlich der Typ, der Ängste schlussendlich überwindet.

Nur diese bereitet mir mehr Schwierigkeiten als sonst. Sie lähmt mich geradezu. Ich schaue aus dem Fenster hinaus, beobachte den Herbst, der Veränderung und Neuanfang verspricht und da wird es mir bewusst: So wie der Herbst wegen seiner verheißungsvollen Veränderung auch eine Zeit des Abschieds ist, steht mir auch einer bevor. Und er wird weh tun. Ich muss Rider, Percy, dem Neuzugang Ben und vor allem Ria Lebewohl sagen. Das letzte Kapitel ihrer und meiner Reise in die mystische Welt von Atlantis liegt vor mir. Bin ich dazu bereit?

Diese Geschichte bedeutet mir die Welt. Jedes Detail, jede Figur habe ich akribisch geplant. Sie sind tief in meinem Herzen entstanden und haben mir seit Jahren Unterhaltung, Trost, Mut und Kraft gespendet. Ich habe die ersten Versuche, die Saga zu schreiben mit 16 Jahren unternommen! Das heißt, dass ich sie mein halbes Leben mit mir herumtrage. Klar, hat sich in dieser Zeit einiges verändert. Ria hieß ursprünglich Amy, Percy nannte sich Victor und Rider hatte ich tatsächlich Apollo getauft (ich war 16, ok?). Aus einem generischen (von Harry Potter angekupferten Plot) wurde dank meiner Liebe zu Abenteuerromanen, griechischer Mythologie und Star Wars (damals!) eine dreiteilige Abenteuerreise mit Charakteren, die meine Macken, Ängste und Träume teilen und mir irgendwann richtig lebendig vorkamen.

Mit anderen Worten: In dieser Saga steckt ein Teil von mir. Es war ein lange gehegter Traum, sie mit der Welt zu teilen. Der Traum ist tatsächlich Wirklichkeit geworden. Menschen lesen meine Bücher, hören sie, laden sie sich auf ihren Kindle. Einige tolle Leser hinterlassen mir Nachrichten, Rezensionen und melden sich für meinen Newsletter an. Irre! Aber was kommt danach? Was kommt, nachdem ein Traum in Erfüllung gegangen ist?

Pläne gibt es genug. Ich habe mehrere Buchprojekte in meinem Kopf. Ich werde nicht aufhören zu schreiben. Aber werde ich auch davon träumen? Wird es mir so viel bedeuten wie meine Atlantis-Saga?

Eine Schreibblockade ist etwas Neues für mich. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine gehabt hätte. Möglicherweise war ich einfach dran. Ich schätze, egal warum man nicht schreiben kann, die Ursachen sind doch immer emotional und in der Psyche zu suchen. Vermutlich spielen Ängste nicht nur bei mir eine Rolle.

Bleibt die Frage, wie man diese Angst überwindet. Verschwindet sie von allein? Oder kommt irgendwann der Punkt, an dem der eigene Mut stärker wird als die Angst? Meine Tendenz geht zu Letzterem. Und vermutlich ist genau das, was gegen die Blockade hilft. Ich zwinge mich nicht zum Schreiben, sondern vertraue darauf, dass der Mut für den 3. und finalen Band meiner Atlantis-Saga in mir aufsteigt. Der Zeitpunkt von Rias drittem Abenteuer rückt näher. Dann werde ich bereit sein für eine ungeschriebene Zukunft voller unbekannter Träume…

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Wiedergefunden in der Welt der Seiten

Letzten Monat rief die Frankfurter Buchmesse 2019 die neuen Bücher des Jahres zu sich und Autoren, Verlage, Verbände und Bibliophile folgten. Eine davon war ich.

Ich hatte Angst, wieder zur Buchmesse zu fahren. An meinen letzten Besuch auf dieser größten aller Bücherparties kann ich mich kaum erinnern. Ich war schließlich eigentlich noch ein Kind. Wie ihr hier nachlesen könnt, ist „Die Krone von Atlantis„, das Buch, das ich dieses Jahr mit auf die Messe genommen habe, nicht mein Debütroman. Es ist mein Comeback!

Als ich das erste Mal auf der Buchmesse war, war ich siebzehn Jahre alt, hatte ein überschäumendes Selbstbewusstsein, weil mich der Piper Verlag unter seine Fittiche genommen hatte, und war von dem ganzen Trubel mehr oder weniger überfordert. 2004 ahnte ich allerdings schon, dass sich mein Buch „Jenseits der Zauberweiden“ nicht als der lebensverändernde Beststeller erweisen würde, auf ich den gehofft habe.

Ich war bereits sehr unsicher wegen des Covers. Und mein Verdacht, dass auch innerhalb des Verlages niemand so richtig an den Erfolg des Buches glaubte, erhärtete sich auf der Messe. Der Roman war nur am Rande kaum sichtbar ausgestellt. Ein sehr freundliches Gespräch mit den Vertriebsleuten machte mir klar, dass es (wenig verwunderlich) schwierig werden würde, mein Buch im Buchhandel zu verkaufen. Wohin auch mit einem Jugendbuch, das wie ein Kinderbuch aussah, aber in der Abteilung für Erwachsene stehen sollte?

Ich verließ die Messe entmutigt und von Selbstzweifeln geplagt.

Dieses Jahr war alles anders. Ich kehrte auf die Buchmesse nicht als Verlagsautorin zurück, sondern als kleine Selfpublisherin. Doch ich kam an, beim Stand des Selpublisher-Verbandes, und das erste was ich sah, war mein Buch! Es stand gut sichtbar genau im richtigen Regal, umringt von großartigen Büchern, die ich teilweise schon entdeckt oder sogar gelesen hatte. Das blaue Cover leuchtete wunderschön und ich war sofort stolz.

Ich hatte mich pflichtbewusst an diesem Tag zum Standdienst eingetragen. Von dem freundlichen Team bekam ich ein Namensschild, Infos und schon war ich im Getümmel. Als plötzlich aktiver Messebestandteil hatte ich kaum Ahnung, was ich da machte und genoss es trotzdem in vollen Zügen.

Zu meiner großen Überraschung hatte eine Autorin zu dieser Zeit ihr Meet & Greet am Stand, die ich bisher nur über Instagram kannte und quasi von weitem bewundert habe: A.D. Wilk (Zu ihrer Webseite geht hier). Das war der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass ich genau an der richtigen Stelle war. Denn diese Autorin ist nicht nur total erfolgreich – und zwar so, wie ich es mir wünsche. Sie war auch noch unfassbar großzügig und herzlich. Wir haben über Hörbuchproduktionen gequatscht, dass E-Books sich leichter verkaufen als Print und Selfies gemacht. Was sie darüber hinaus für eine wunderbare und fähige Schriftstellerin ist, habe ich im Anschluss sofort festgestellt, als ihren neusten Roman „Laufe Lebe Liebe zurück ins Leben“ zu lesen begonnen habe. Da stand also so mir nichts dir nichts eine Schriftstellerin, zu der ich aufblicke, und ich gehörte dazu. Großartig!

Auch der weitere Verlauf des Tages war einfach toll. Während meines Meet & Greets musste ich zwar feststellen, dass ich (für mich sonst völlig untypisch) kaum die Zähne auseinander bekomme, wenn ich mein Buch verkaufen soll. Ich habe trotzdem 3 Stück unter die Leute gebracht (eines wurde allerdings geklaut, bevor ich das Geld abkassieren konnte…). Meine Werbematerialien waren ok, ich merkte aber schnell, dass sie aufgepeppt werden können und ich habe mir den Tip der Goodie-Tüte abgeschaut! Es war eine tolle Mischung aus Lernen, Spaß haben und dem eigenen Lebenstraum nachjagen.

Kurz vor Ende nahm mich dann Thomas Dellenbusch vom Verband zur Seite und gab mir noch einige Schreibtips. Er hatte sich mein Buch in der Zwischenzeit geschnappt und mal reingeguckt. Nicht nur, dass er mir wichtige Hinweise gegeben hat, er sagte mir auch, dass er Aufmachung und Klappentext sehr gut fand. Außerdem war er „überrascht, wie gut es geschrieben ist“. Ich war stolz wie Oscar!

Den Rest des Tages wandelte ich inmitten des herrlichen Chaos‘ auf der Buchmesse entlang, kaufte wunderschöne Bücher für meine Lieben zuhause und sog die ganze Magie des geschriebenen Wortes in mich ein. Ich hatte ja so viele tolle Bücher in der Hand… 🙂 Zu viele um sie mitzunehmen, und doch gerade genug.

Nach dieser Frankfurter Buchmesse 2019 war ich einfach glücklich. Ich hatte ein Buch erfolgreich ausgestellt, von dem ich vom Buchdeckel bis zur letzten Seite überzeugt bin. Ich hatte Menschen getroffen, die mich inspiriert und ermutigt haben. Vor allem aber hatte ich das Gefühl, dass ich genau an dem richtigen Ort zur richtigen Zeit war. An diesem wundervollen Samstag war ich wieder Schriftstellerin. Endlich.

Allgemein, Hörprobe

Stimme aus Atlantis: Ein Erfahrungsbericht

Wie ihr ja schon wisst, ist es heute endlich soweit. Mein Roman „Die Krone von Atlantis“ kann als Hörbuch heruntergeladen werden. Für ganz Eilige geht es hier zu audible. Wer sich gerne reinhören möchte kann das hier und hier tun.

Die ganz Aufmerksamen unter euch haben schon entdeckt, dass es sich bei dem Hörbuch um eine Autorenlesung handelt. Mit anderen Worten, ich habe mein eigenes Buch selbst eingesprochen. Diese tolle Möglichkeit hat mir die wunderbare Hörbuchmanufaktur Berlin eingeräumt. Ines Zimzinski und ihr Team haben mich als totalen Amateur rangelassen und aus den Aufnahmen, die ich produziert habe, tatsächlich etwas gezaubert, dem man zuhören mag,

Aber wie kam es dazu? Wie ich schon beschrieben habe, sind Hörbücher in meinem stressigen Alltag die einzige Literatur, die noch ihren Platz beanspruchen kann. Ich schätze vielen von euch geht es genauso. Zwischen Kind, Kegel, Hund und Job ist nicht viel Zeit für meinen gemütlichen Lesesessel, den Gang in die Buchhandlung oder den kuscheligen Sonntagmorgen, den man mit einem abgegriffenen Piratenroman im Bett verbringt. Nach anfänglicher Skepsis bin ich dem digitalen Buch vor allem dem Audiobuch verfallen. Eine unerwartete Liebe habe ich auch zu bestimmten Sprechern entwickelt. Zwar interpretieren diese natürlich Texte, und ab und an stimme ich der gesprochenen Version nicht zu. Aber ich bezweifle, dass ich beim „Dampfnudelblues“ so gelacht hätte, wenn nicht Christian Tramitz das Buch gesprochen hätte oder mich so sehr mit Mare identifiziert hätte, hätte Britta Steffenhagen ihren Charakter nicht so wunderbar eingefangen.

In meinem typischen Größenwahn habe ich dann natürlich sofort angenommen: Ha! Das kann ich auch! Niemand kann meine Figuren so gut sprechen wie ich. Schließlich habe ich die Geschichte auch wie in einem Film vor meinem geistigen Auge gesehen. 🙂

Ganz so war es dann doch nicht. Ich habe zwar immer schon gerne vorgelesen, mehrere Rhetorik-Seminare hinter mir und behaupte gerne, dass ich mündlich mit meiner Stimme eher überzeuge als schriftlich. Dennoch hat mich das Einsprechen des Hörbuchs vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

Das Sprechen an sich war unfassbar anstrengend. Erstens habe ich festgestellt, dass ich Probleme habe, bestimmte Worte vernünftig auszusprechen. „Schüttelte“ ist zum Beispiel ein solches Wort. Wenn man nun aber als Autorin dazu neigt, Mimik und Gestik genau zu beschreiben, weil ich nonverbale Kommunkation so wichtig finde, und ständig schreibt „Er schüttelte den Kopf“, fängt man irgendwann an, sich selbst zu verfluchen. 😛 Am längsten habe ich für den Textteil „waren ihnen in Unendlichkeit verbunden“ gebraucht. Probiert das mal! Das ordentlich auszusprechen ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Dann stand ich auch vor technischen Herausforderungen. Ich habe mir ein Mikrophon von Rode besorgt (Unbezahlter Werbelink zu Amazon – tolles Teil!). Die Software, die ich verwendet habe heißt audacity. Mit ihr hat es super geklappt. Das Programm ist kostenlos und hat jede Menge toller Funktionen. (Unbezahler Link hier!) Ich empfehle dazu bei Google verschiende Funktionen und Tips zu suchen. Es gibt eine Menge toller Blogger, die einem beibringen, wie man damit umgeht.

Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich es mit der Spielerei ein wenig übertrieben habe. Ich habe ganz munter mit meinen Aufnahmen mit Compressor, Equalizer und der Entfernung für die Hintergrundgeräusche herumgespielt. Leider war ich nicht clever genug, das unbearbeitete Original abzuspeichern. Macht das bloß!!! Als ich nämlich die Dateien an die Hörbuchmanufaktur geschickt habe, hat das Entrauschen digitale Fragmente hinterlassen, die mühselig entfernt werden mussten. Zwei Kapitel musste ich noch einmal einsprechen. Da habe ich dann die Dateien gänzlich unbearbeitet verschickt, und diese klingen wirklich super.

Bevor ich aber zu dem Prozess des Mastern komme, den die Produktionsfirma vornimmt, musste ich das Hörbuch erst einmal erfolgreich einsprechen. Auch das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Erstens ist das Sprechen körperlich wahnsinnig herausfordernd. Nachdem ich endlich fertig war, hat meine Lunge tagelang geschmerzt. Man muss sehr viel Konzentration aufbringen, um die Lesegeschwindigkeit zu halten, deutlich zu sprechen, die richtige Betonung zu wählen etc. Wenn man gerade im Fluss ist, bellt irgendwo (m)ein Hund (und zwar so, dass man es nicht ohne weiteres herausschneiden kann), man stößt lautstark gegen den Tisch oder die Stimme wird rau. Immer ein stilles Wasser stehen haben, damit der Hals schön geschmeidig bleibt! 🙂

Gesprochen habe ich in unserem Schlafzimmer. Es ist der mit Abstand kleinste Raum unserer Wohnung, hat den Vorteil, das er mit vielen Möbeln zugestellt ist und viele Textilien hat. Teppiche, Decken und Vorhänge schlucken Schall und sind echte Hilfen. Das größte Problem bei der heimischen Einsprechung ist nämlich das Hallen des Raumes.

Insgesamt muss ich sagen, dass man sich das Einsprechen gut einteilen sollte. Ich habe viel am Stück gemacht, weil ich Angst hatte, dass ich aus dem Fluss komme und man das bei der Aufnahme hört. Allerdings muss man auf Pausen achten. Es bringt nichts, zu viel zu machen, weil man schließlich nur Fehler macht und sich ärgert. Cool bleiben ist aber die Devise. Lieber einen kurzen Spaziergang machen oder die Aufnahme um einen Tag zu verschieben. Sonst läuft man in Gefahr, doch Fehler mit aufzunehmen und diese nachträglich wieder entfernen zu müssen. Und das macht keinen Spaß.

Ich habe meine Kapitel alle einmal Korrektur gehört (bzw. von meinem großartigen Ehemann hören lassen), bevor ich sie abgegeben habe. Ich hoffe sehr, dabei alle Fehler erwischt zu haben. Manchmal habe ich mich beim Schnitt vertan, oder an anderer Stelle so undeutlich gesprochen, dass man mich nicht verstanden hat. Nachträglich etwas zu entfernen ist einfach. Aber wenn ein Fehler in einem Satz entstanden ist, den man nicht löschen kann, hat man ein Problem. Was eigentlich nicht geht, ist einige Tage später den Satz nochmal einzusprechen. Den Unterschied in den Aufnahmen hört man. Was allerdings geht, ist sofort nach der Aufnahme den Satz noch einmal zu lesen und einzufügen. Da sind die Bedingungen noch genau gleich. Ich würde daher empfehlen, das eingesprochene Kapitel nach der Aufnahme sofort Korrektur zu hören und dann die Fehler auszugleichen. Damit erzielt man die besten Ergebnisse.

Als die Aufnahmen endlich fertig waren, ging es zum Mastern. Da waren wirklich Zauberer am Werk. Die Lautstärke wird angepasst, Schmatzer, Huster und andere Sauereien entfernt und im Zweifel Bass eingefügt (wenn man zum Beispiel eine solche Piepsstimme hat wie ich). Was ich zurückbekommen habe war ein Hörbuch, das professionell klang und von dem ich mich gefragt habe, wer die Sprecherin war. Die klang richtig gut. Es war großartig!

Das muss ich zum Schluss wirklich sagen. Auch wenn es anstrengend war und es sehr viel Zeit und Nerven kostet, ein Buch selbst zu sprechen, wenn man kein Profi ist: Mir hat selten etwas so viel Spaß gemacht! Wenn man seine Figuren liebt, ihre Dialoge manchmal vor sich hin murmelt und einen Hang zu Dramatik hat, ist das genau das richtige. Auch wenn mich die Schauspielerei niemals richtig gereizt hat, war es toll, in die Rollen der Charaktere zu schlüpfen. Die Bösewichte sind mir dabei erstaunlicherweise sehr leicht gefallen, während die Protagonisten schwieriger waren. (Ich sollte mal über mein Leben nachdenken!) Percy war leicht, die Gräfin schon schwieriger, Ria war hart. Das ist aber kein Wunder. Sie ist mir schließlich am ähnlichsten. 🙂 Mich selbst erneut verflucht habe ich, als ich dem schweigsamen Italiener doch ein paar Zeilen Dialog verpasst habe. Bis ich den Akzent irgendwie drauf hatte, hat es ein bisschen gedauert…

Aber nun ist es an euch. Hört euch rein in das Audiobuch und zögert euch nicht, mir Feedback zu geben. Ich freue mich drauf und auf viele neue Leser bzw. Hörer!

Eure Freya