Stimme aus Atlantis: Ein Erfahrungsbericht

Wie ihr ja schon wisst, ist es heute endlich soweit. Mein Roman „Die Krone von Atlantis“ kann als Hörbuch heruntergeladen werden. Für ganz Eilige geht es hier zu audible. Wer sich gerne reinhören möchte kann das hier und hier tun.

Die ganz Aufmerksamen unter euch haben schon entdeckt, dass es sich bei dem Hörbuch um eine Autorenlesung handelt. Mit anderen Worten, ich habe mein eigenes Buch selbst eingesprochen. Diese tolle Möglichkeit hat mir die wunderbare Hörbuchmanufaktur Berlin eingeräumt. Ines Zimzinski und ihr Team haben mich als totalen Amateur rangelassen und aus den Aufnahmen, die ich produziert habe, tatsächlich etwas gezaubert, dem man zuhören mag,

Aber wie kam es dazu? Wie ich schon beschrieben habe, sind Hörbücher in meinem stressigen Alltag die einzige Literatur, die noch ihren Platz beanspruchen kann. Ich schätze vielen von euch geht es genauso. Zwischen Kind, Kegel, Hund und Job ist nicht viel Zeit für meinen gemütlichen Lesesessel, den Gang in die Buchhandlung oder den kuscheligen Sonntagmorgen, den man mit einem abgegriffenen Piratenroman im Bett verbringt. Nach anfänglicher Skepsis bin ich dem digitalen Buch vor allem dem Audiobuch verfallen. Eine unerwartete Liebe habe ich auch zu bestimmten Sprechern entwickelt. Zwar interpretieren diese natürlich Texte, und ab und an stimme ich der gesprochenen Version nicht zu. Aber ich bezweifle, dass ich beim „Dampfnudelblues“ so gelacht hätte, wenn nicht Christian Tramitz das Buch gesprochen hätte oder mich so sehr mit Mare identifiziert hätte, hätte Britta Steffenhagen ihren Charakter nicht so wunderbar eingefangen.

In meinem typischen Größenwahn habe ich dann natürlich sofort angenommen: Ha! Das kann ich auch! Niemand kann meine Figuren so gut sprechen wie ich. Schließlich habe ich die Geschichte auch wie in einem Film vor meinem geistigen Auge gesehen. 🙂

Ganz so war es dann doch nicht. Ich habe zwar immer schon gerne vorgelesen, mehrere Rhetorik-Seminare hinter mir und behaupte gerne, dass ich mündlich mit meiner Stimme eher überzeuge als schriftlich. Dennoch hat mich das Einsprechen des Hörbuchs vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

Das Sprechen an sich war unfassbar anstrengend. Erstens habe ich festgestellt, dass ich Probleme habe, bestimmte Worte vernünftig auszusprechen. „Schüttelte“ ist zum Beispiel ein solches Wort. Wenn man nun aber als Autorin dazu neigt, Mimik und Gestik genau zu beschreiben, weil ich nonverbale Kommunkation so wichtig finde, und ständig schreibt „Er schüttelte den Kopf“, fängt man irgendwann an, sich selbst zu verfluchen. 😛 Am längsten habe ich für den Textteil „waren ihnen in Unendlichkeit verbunden“ gebraucht. Probiert das mal! Das ordentlich auszusprechen ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Dann stand ich auch vor technischen Herausforderungen. Ich habe mir ein Mikrophon von Rode besorgt (Unbezahlter Werbelink zu Amazon – tolles Teil!). Die Software, die ich verwendet habe heißt audacity. Mit ihr hat es super geklappt. Das Programm ist kostenlos und hat jede Menge toller Funktionen. (Unbezahler Link hier!) Ich empfehle dazu bei Google verschiende Funktionen und Tips zu suchen. Es gibt eine Menge toller Blogger, die einem beibringen, wie man damit umgeht.

Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich es mit der Spielerei ein wenig übertrieben habe. Ich habe ganz munter mit meinen Aufnahmen mit Compressor, Equalizer und der Entfernung für die Hintergrundgeräusche herumgespielt. Leider war ich nicht clever genug, das unbearbeitete Original abzuspeichern. Macht das bloß!!! Als ich nämlich die Dateien an die Hörbuchmanufaktur geschickt habe, hat das Entrauschen digitale Fragmente hinterlassen, die mühselig entfernt werden mussten. Zwei Kapitel musste ich noch einmal einsprechen. Da habe ich dann die Dateien gänzlich unbearbeitet verschickt, und diese klingen wirklich super.

Bevor ich aber zu dem Prozess des Mastern komme, den die Produktionsfirma vornimmt, musste ich das Hörbuch erst einmal erfolgreich einsprechen. Auch das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Erstens ist das Sprechen körperlich wahnsinnig herausfordernd. Nachdem ich endlich fertig war, hat meine Lunge tagelang geschmerzt. Man muss sehr viel Konzentration aufbringen, um die Lesegeschwindigkeit zu halten, deutlich zu sprechen, die richtige Betonung zu wählen etc. Wenn man gerade im Fluss ist, bellt irgendwo (m)ein Hund (und zwar so, dass man es nicht ohne weiteres herausschneiden kann), man stößt lautstark gegen den Tisch oder die Stimme wird rau. Immer ein stilles Wasser stehen haben, damit der Hals schön geschmeidig bleibt! 🙂

Gesprochen habe ich in unserem Schlafzimmer. Es ist der mit Abstand kleinste Raum unserer Wohnung, hat den Vorteil, das er mit vielen Möbeln zugestellt ist und viele Textilien hat. Teppiche, Decken und Vorhänge schlucken Schall und sind echte Hilfen. Das größte Problem bei der heimischen Einsprechung ist nämlich das Hallen des Raumes.

Insgesamt muss ich sagen, dass man sich das Einsprechen gut einteilen sollte. Ich habe viel am Stück gemacht, weil ich Angst hatte, dass ich aus dem Fluss komme und man das bei der Aufnahme hört. Allerdings muss man auf Pausen achten. Es bringt nichts, zu viel zu machen, weil man schließlich nur Fehler macht und sich ärgert. Cool bleiben ist aber die Devise. Lieber einen kurzen Spaziergang machen oder die Aufnahme um einen Tag zu verschieben. Sonst läuft man in Gefahr, doch Fehler mit aufzunehmen und diese nachträglich wieder entfernen zu müssen. Und das macht keinen Spaß.

Ich habe meine Kapitel alle einmal Korrektur gehört (bzw. von meinem großartigen Ehemann hören lassen), bevor ich sie abgegeben habe. Ich hoffe sehr, dabei alle Fehler erwischt zu haben. Manchmal habe ich mich beim Schnitt vertan, oder an anderer Stelle so undeutlich gesprochen, dass man mich nicht verstanden hat. Nachträglich etwas zu entfernen ist einfach. Aber wenn ein Fehler in einem Satz entstanden ist, den man nicht löschen kann, hat man ein Problem. Was eigentlich nicht geht, ist einige Tage später den Satz nochmal einzusprechen. Den Unterschied in den Aufnahmen hört man. Was allerdings geht, ist sofort nach der Aufnahme den Satz noch einmal zu lesen und einzufügen. Da sind die Bedingungen noch genau gleich. Ich würde daher empfehlen, das eingesprochene Kapitel nach der Aufnahme sofort Korrektur zu hören und dann die Fehler auszugleichen. Damit erzielt man die besten Ergebnisse.

Als die Aufnahmen endlich fertig waren, ging es zum Mastern. Da waren wirklich Zauberer am Werk. Die Lautstärke wird angepasst, Schmatzer, Huster und andere Sauereien entfernt und im Zweifel Bass eingefügt (wenn man zum Beispiel eine solche Piepsstimme hat wie ich). Was ich zurückbekommen habe war ein Hörbuch, das professionell klang und von dem ich mich gefragt habe, wer die Sprecherin war. Die klang richtig gut. Es war großartig!

Das muss ich zum Schluss wirklich sagen. Auch wenn es anstrengend war und es sehr viel Zeit und Nerven kostet, ein Buch selbst zu sprechen, wenn man kein Profi ist: Mir hat selten etwas so viel Spaß gemacht! Wenn man seine Figuren liebt, ihre Dialoge manchmal vor sich hin murmelt und einen Hang zu Dramatik hat, ist das genau das richtige. Auch wenn mich die Schauspielerei niemals richtig gereizt hat, war es toll, in die Rollen der Charaktere zu schlüpfen. Die Bösewichte sind mir dabei erstaunlicherweise sehr leicht gefallen, während die Protagonisten schwieriger waren. (Ich sollte mal über mein Leben nachdenken!) Percy war leicht, die Gräfin schon schwieriger, Ria war hart. Das ist aber kein Wunder. Sie ist mir schließlich am ähnlichsten. 🙂 Mich selbst erneut verflucht habe ich, als ich dem schweigsamen Italiener doch ein paar Zeilen Dialog verpasst habe. Bis ich den Akzent irgendwie drauf hatte, hat es ein bisschen gedauert…

Aber nun ist es an euch. Hört euch rein in das Audiobuch und zögert euch nicht, mir Feedback zu geben. Ich freue mich drauf und auf viele neue Leser bzw. Hörer!

Eure Freya

2 Kommentare zu „Stimme aus Atlantis: Ein Erfahrungsbericht

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