Der Blick zurück nach vorne

Für für diesen Eintrag habe ich mir lange Zeit gelassen. Und er wird auch ein bisschen länger. Es fällt mir nicht leicht, meine Geschichte als Schriftstellerin aufzuschreiben. In jeder dieser Zeilen schwingt eine Vielzahl von Gefühlen mit, die ich erst verarbeiten musste, bevor ich diesen Text schreiben konnte.

Wenn ihr mir auf Instagram folgt, dann wisst ihr, dass ich an der Zeilentanzchallenge teilnehme, und diese Gelegenheit nutze, mich als Autorin und meinen Roman „Die Krone von Atlantis“ vorzustellen. In diesem Zusammenhang wird heute die Frage gestellt, was denn meine vorherigen Werke sind.

„Die Krone von Atlantis“ ist nicht mein Debütroman. Mein Anfang als Schriftstellerin liegt viele viele Jahre zurück und war ziemlich phänomenal. Obwohl ich erst 32 Jahre alt bin, bin ich seit 15 Jahren eine veröffentlichte Autorin. Mit 17 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht. Und das nicht irgendwo: Der Piper Verlag war mein Haus.

Auf Instagram könnt ihr einen Zeitungsartikel aus dieser Zeit lesen. Er ist in einer überregionalen Zeitung erschienen: Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Ich habe mir anlässlich dieses Eintrags den Artikel noch einmal durchgelesen. Da prophezeit man mir einen nachhaltigen und großartigen Erfolg.

Tja, wie ist es dazu gekommen? Und vor allem: Was ist danach passiert?

Gehen wir chronologisch vor. Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht. Natürlich war ich als Kind überheblich genug, um zu glauben, dass alles, was meinem Kopf entspringt, viel besser ist als das, was die Erwachsenen so schreiben. Als ich etwa 11 war, habe ich angefangen, kleine Abenteuer zu tippen. Und als ich 12 war, stand ich in meiner Lieblingsbuchhandlung, fand kein Buch und fasste einen Entschluss. Wenn niemand in der Lage ist ein gutes Buch zu schreiben, muss ich das eben selbst machen!

Mein erster Versuch (Titel: Das Auge des Greifen) wuchs nie über ein paar Seiten hinaus. Auch in der kommenden Zeit schaffte ich es nicht, eine Romanidee zu verwirklichen. Das änderte sich, als ich 13 war. Über ein Jahr hinweg schrieb ich immer wieder, bis ich eines Abends am Esstisch saß und verstand, dass ich meinen ersten Roman fertig geschrieben hatte. Die zweite Hälfte hatte ich in wenigen Wochen niedergeschrieben. Ich hatte damals schon die ungewöhnliche Neigung einen Roman besser beenden zu können, als seinen Anfang zu verfassen. 🙂

Es ist vermutlich unnötig zu sagen, dass das Buch als heutiger Sicht qualitativ nicht das Level hatte, das es hätte haben können, würde ich es jetzt schreiben. Heute finde ich die Charaktere flach, den Plot vorhersehbar und die Ideen langweilig. Aber ich war schließlich noch ein Kind. Dennoch war ich so stolz, dass ich mein Taschengeld zusammengekratzt und es im Selbstverlag veröffentlicht habe (damals noch bei BoD). Ich schrieb mit 15 Jahren sogar eine Fortsetzung.

Dann passierte das Unglaubliche. Der Piper Verlag wurde auf mich aufmerksam. Es war damals eine komische Zeit. In Frankreich und in den USA feierten Kinder-Autoren sensationelle Erfolge. Wahrscheinlich sah Piper in mir die Chance, das deutsche Equivalent auf den Markt bringen zu können. Also flatterte eines Tages die Erfüllung eines jeden Schriftstellertraums in mein Elternhaus: Ein Verlagsvertrag.

Ich schwebte auf Wolke 7. Ich war in der 10. Klasse, bereitete mich gerade auf mein Auslandsjahr in den USA vor und fühlte mich, als wäre ich die nächste J.K. Rowling. Das Leben, das ich mir immer gewünscht habe (und das ich mir immer noch wünsche) war in greifbarer Nähe.

Doch damit endet die Erfolgsgeschichte. Das Buch wurde leider kein Erfolg. Ich wusste das früh. Eines Tages öffnete ich in den USA mein E-Mail Postfach und fand den Entwurf für das Cover des Buches vor. Es gefiel mir nicht! Später habe ich erfahren, dass es vielleicht einer der Gründe war, warum sich mein Buch kaum verkaufte. Das Cover für den Fortsetzungsroman war zwar schöner, half aber leider nicht mehr.

An dieser Stelle kann ich es kurz machen. Das Buch verkaufte sich leider nicht. Ich habe mich damals auch nicht sehr um Marketing bemüht. Ich war ja schließlich auch noch ein halbes Kind und hatte keine Ahnung von diesen Dingen. Erst beim 2. Band habe ich mich selbst angestrengt und einige sehr erfolgreiche Lesungen abgehalten. Doch ich konnte keinen Erfolg mehr für meine Reihe erzeugen. Obwohl ich in der Zwischenzeit einen weiteren Fantasy-Roman geschrieben hatte, wollte Piper ihn nicht mehr veröffentlichen. In dieser Zeit hatte ich auch bereits den ersten Entwurf der Urfassung zu „Die Krone von Atlantis“ (Damaliger Titel: Das Geheimnis von Ozeana) fertig. Aber auch an diesem hatte Piper leider kein Interesse mehr.

Die kommenden Jahre sollte die Schriftstellerei in meinem Leben in den Hintergrund geraten. Nach dem Abitur habe ich studiert, promoviert und mein Referendariat abgeschlossen. Ich wurde deutsche Meisterin im traditionellen Taekwon-Do, ergriff einen wunderbaren juristischen Beruf, lernte meinen Mann kennen und wurde Mutter einer Tochter.

Man könnte sagen, mein Leben verlief doch super. Die Schriftstellerei war eine kurze, nette Episode , die einfach zu Ende gegangen ist. Doch so wenig, wie man sich aussuchen kann, ob man Marzipan mag oder nicht, habe ich mir ausgesucht, dass ich Schriftstellerin bin. In bin Autorin. Ich war es immer! Ob ich nun will oder nicht, in meinem Kopf entstehen Geschichten. Und Leute: Mittlerweile finde ich sie sogar gut! 🙂

Während meines Studiums habe ich „Die Krone von Atlantis“ zum ersten Mal neu aufgesetzt, bei Wettbewerben eingereicht. Ich bin natürlich nirgendwo beachtet worden. Ich habe erfolglose Ausflüge in andere Genres gemacht. So habe ich einen Roman zu Mobbing und Killerspielen geschrieben, der „Das Spiel des Lebens“ heißt. Vor zwei Jahren habe ich mit meinem Vater ein Buch über seine politische Zeit geschrieben, das meine Mutter auch im Selbstverlag veröffentlich hat. Es heißt „Der Saubermann“ und ich bin auf dieses Werk tatsächlich wirklich stolz. Ich hatte auch eine Agentin, die sich für dieses Buch eingesetzt hat. Trotzdem wollte leider kein Verlag sich dieses Buches annehmen.

Anfang Januar 2018 hatte ich plötzlich beruflich ein bisschen Luft. Nach einer Versetzung war ich abends plötzlich nicht mehr so spät zuhause und hatte Zeit. Dann erfuhr ich, dass ich schwanger war. Und in mir reifte der Gedanke: Jetzt oder nie! Trotz aller Ablehnung, die ich in der Vergangenheit erfahren hatte, fing ich wieder an zu schreiben. Im Mutterschutz schrieb ich „Die Krone von Atlantis“ endlich so nieder, wie sie immer sein sollte. Es wurde ein Abenteuerroman mit von mir heißgeliebten Charakteren, jede Menge Hintergrundrecherche und einer Handlung, die es meiner Ansicht nach wert ist, erzählt zu werden. Heute bin ich (manchmal) froh, dass meine Geschichte verlaufen ist, wie sie ist. Ohne sie hätte es „Die Krone von Atlantis“ in der Form, in der es sie jetzt gibt, nie gegeben.

Das wäre sehr traurig gewesen. Denn eines ist für mich klar. Mein zweiter Debütroman ist das Buch, das ich mir immer gewünscht habe! Er ist der Auftakt zu einer Reihe, bei der ich es nicht erwarten kann, Band 2 und 3 zu veröffentlichen. Ich glaube an dieses Buch! Darum habe mich wieder für die Route des Selbstverlages entschieden und bin zu epubli gegangen. Dieses Mal wollte ich alles richtig und alles selbst machen.

Die Geschichte meiner Schriftstellerei ist für mich nicht länger eine Episode meiner Kindheit, die leider ein vorzeitiges Ende fand. Es ist der Auftakt! Denn „Die Krone von Atlantis“ ist mein Comeback! Begleitet mich also auf meiner Reise durch die Welt der Schriftstellerei. Und wenn ihr mein Buch mögt und vielleicht sogar an mich glaubt, freue ich mich über jede Unterstützung!

Das Abenteuer geht weiter…

Eure Freya

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