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Wiedergefunden in der Welt der Seiten

Letzten Monat rief die Frankfurter Buchmesse 2019 die neuen Bücher des Jahres zu sich und Autoren, Verlage, Verbände und Bibliophile folgten. Eine davon war ich.

Ich hatte Angst, wieder zur Buchmesse zu fahren. An meinen letzten Besuch auf dieser größten aller Bücherparties kann ich mich kaum erinnern. Ich war schließlich eigentlich noch ein Kind. Wie ihr hier nachlesen könnt, ist „Die Krone von Atlantis„, das Buch, das ich dieses Jahr mit auf die Messe genommen habe, nicht mein Debütroman. Es ist mein Comeback!

Als ich das erste Mal auf der Buchmesse war, war ich siebzehn Jahre alt, hatte ein überschäumendes Selbstbewusstsein, weil mich der Piper Verlag unter seine Fittiche genommen hatte, und war von dem ganzen Trubel mehr oder weniger überfordert. 2004 ahnte ich allerdings schon, dass sich mein Buch „Jenseits der Zauberweiden“ nicht als der lebensverändernde Beststeller erweisen würde, auf ich den gehofft habe.

Ich war bereits sehr unsicher wegen des Covers. Und mein Verdacht, dass auch innerhalb des Verlages niemand so richtig an den Erfolg des Buches glaubte, erhärtete sich auf der Messe. Der Roman war nur am Rande kaum sichtbar ausgestellt. Ein sehr freundliches Gespräch mit den Vertriebsleuten machte mir klar, dass es (wenig verwunderlich) schwierig werden würde, mein Buch im Buchhandel zu verkaufen. Wohin auch mit einem Jugendbuch, das wie ein Kinderbuch aussah, aber in der Abteilung für Erwachsene stehen sollte?

Ich verließ die Messe entmutigt und von Selbstzweifeln geplagt.

Dieses Jahr war alles anders. Ich kehrte auf die Buchmesse nicht als Verlagsautorin zurück, sondern als kleine Selfpublisherin. Doch ich kam an, beim Stand des Selpublisher-Verbandes, und das erste was ich sah, war mein Buch! Es stand gut sichtbar genau im richtigen Regal, umringt von großartigen Büchern, die ich teilweise schon entdeckt oder sogar gelesen hatte. Das blaue Cover leuchtete wunderschön und ich war sofort stolz.

Ich hatte mich pflichtbewusst an diesem Tag zum Standdienst eingetragen. Von dem freundlichen Team bekam ich ein Namensschild, Infos und schon war ich im Getümmel. Als plötzlich aktiver Messebestandteil hatte ich kaum Ahnung, was ich da machte und genoss es trotzdem in vollen Zügen.

Zu meiner großen Überraschung hatte eine Autorin zu dieser Zeit ihr Meet & Greet am Stand, die ich bisher nur über Instagram kannte und quasi von weitem bewundert habe: A.D. Wilk (Zu ihrer Webseite geht hier). Das war der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass ich genau an der richtigen Stelle war. Denn diese Autorin ist nicht nur total erfolgreich – und zwar so, wie ich es mir wünsche. Sie war auch noch unfassbar großzügig und herzlich. Wir haben über Hörbuchproduktionen gequatscht, dass E-Books sich leichter verkaufen als Print und Selfies gemacht. Was sie darüber hinaus für eine wunderbare und fähige Schriftstellerin ist, habe ich im Anschluss sofort festgestellt, als ihren neusten Roman „Laufe Lebe Liebe zurück ins Leben“ zu lesen begonnen habe. Da stand also so mir nichts dir nichts eine Schriftstellerin, zu der ich aufblicke, und ich gehörte dazu. Großartig!

Auch der weitere Verlauf des Tages war einfach toll. Während meines Meet & Greets musste ich zwar feststellen, dass ich (für mich sonst völlig untypisch) kaum die Zähne auseinander bekomme, wenn ich mein Buch verkaufen soll. Ich habe trotzdem 3 Stück unter die Leute gebracht (eines wurde allerdings geklaut, bevor ich das Geld abkassieren konnte…). Meine Werbematerialien waren ok, ich merkte aber schnell, dass sie aufgepeppt werden können und ich habe mir den Tip der Goodie-Tüte abgeschaut! Es war eine tolle Mischung aus Lernen, Spaß haben und dem eigenen Lebenstraum nachjagen.

Kurz vor Ende nahm mich dann Thomas Dellenbusch vom Verband zur Seite und gab mir noch einige Schreibtips. Er hatte sich mein Buch in der Zwischenzeit geschnappt und mal reingeguckt. Nicht nur, dass er mir wichtige Hinweise gegeben hat, er sagte mir auch, dass er Aufmachung und Klappentext sehr gut fand. Außerdem war er „überrascht, wie gut es geschrieben ist“. Ich war stolz wie Oscar!

Den Rest des Tages wandelte ich inmitten des herrlichen Chaos‘ auf der Buchmesse entlang, kaufte wunderschöne Bücher für meine Lieben zuhause und sog die ganze Magie des geschriebenen Wortes in mich ein. Ich hatte ja so viele tolle Bücher in der Hand… 🙂 Zu viele um sie mitzunehmen, und doch gerade genug.

Nach dieser Frankfurter Buchmesse 2019 war ich einfach glücklich. Ich hatte ein Buch erfolgreich ausgestellt, von dem ich vom Buchdeckel bis zur letzten Seite überzeugt bin. Ich hatte Menschen getroffen, die mich inspiriert und ermutigt haben. Vor allem aber hatte ich das Gefühl, dass ich genau an dem richtigen Ort zur richtigen Zeit war. An diesem wundervollen Samstag war ich wieder Schriftstellerin. Endlich.

Ein Kommentar

  1. Ach, wenn ich mit meiner Erzählung schon so weit wäre wie du!

    Viel Glück mit deinem Comeback! Wüsche dir nur positive Kritiken und eine hohe Auflage!

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