Percy, Held mit Fehlern

Percy war ein Charakter, der mich beim Schreiben überrascht hat. Wenn ihr die Leseprobe aufmerksam gelesen habt, wisst ihr, dass er der Ziehsohn von Gräfin Eleana ist. Er folgt ihren Anweisungen, wenn auch manchmal ein wenig widerwillig, und begleitet sie auf ihren Abenteuern.

Percy war eine Figur, die mir zunächst vor allem Instrument war. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ihn ein wenig stiefmütterlich behandelt habe. In den ersten Versionen der Geschichte hieß er noch Viktor und war mehr oder weniger ein Anhängsel zu Ria, das keine eigene Geschichte hatte. Dies änderte sich schlagartig, als ich begann, die Handlung auch aus Percys Sicht zu erzählen. (Wieso ich das getan habe, erfahrt ihr hier.)

Percy hat die klassischen Attribute eines Helden. Er ist aufrichtig, tapfer und hat die Angewohnheit immer im richtigen Moment aufzutauchen, um dem einen oder anderen aus der Patsche zu helfen. Ich muss ehrlich sein: Ich fand Percy langweilig! Im Vergleich zu dem mysteriösen Rider und der ambivalenten Ria wollte ich Percy eigentlich hauptsächlich dazu benutzen die Mythologie meiner Geschichte zu erzählen. Ähnlich wie J.K. Rowling Hermine teilweise benutzt hat, um Wissen über die Welt, in der sich die Handlung abspielt, weiterzugeben, sollte Percy der Anker in die verborgene Welt der Erben von Atlantis sein.

Dann aber ist etwas passiert. Wie von selbst musste ich mich fragen, was eigentlich mit Percys Vergangenheit ist, bevor er bei der Gräfin gelandet ist. Ursprünglich war Percy der tatsächliche Sohn – nicht der Gräfin, aber einer ähnlichen Figur. Aus purem Jucks habe ich Percy zu Eleanas Ziehsohn gemacht, und dann tippte ich wie von selbst diese Sätze: „Er sprach nicht über seine Familie. Er hatte es nie getan. Heute würde er nicht damit anfangen.“

Ehe ich mich versah, bekam Percy Dämonen, die ihn verfolgten. Percy weiß nicht, woher er kommt oder wer seine Familie ist. Er kennt nur seinen Nachnamen . Seine Erinnerungen an seine frühe Kindheit hat er verloren. Alles woran er sich erinnern kann, ist, dass er als kleiner Junge von Gräfin Eleana gefunden und in ihre Obhut genommen worden ist. Immer wieder denkt er sich, dass er Eleana nach seinen Eltern fragen könnte. Aber er traut sich einfach nicht. Nach Jahren, die er mit ihr verbracht hat und in denen er seine Eltern nicht vermisst hat, fürchtet er sich davor, seine Welt aus den Fugen zu reißen. Ihm ist natürlich klar, dass er nicht ewig davor davon laufen kann. Und natürlich holt ihn die Wahrheit über seine Herkunft ein. Aber zu Beginn des Buches ist er einfach noch nicht so weit.

So wurde auch Percy ein wenig ambivalent. Er tritt für Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit ein. Aber sein ganzer Mut ist nicht genug, dass er sich selbst der Wahrheit stellt. Er hat einfach Angst. Vielleicht liegt darin meine besondere Sympathie für Percy. Auch Helden haben manchmal Angst – auch vor so vermeintlich simplen Dingen wie der Wahrheit. Wann immer ich eine bewundernswerte Persönlichkeit erlebe, die offen zu ihren Ängsten und Fehlern steht, ermutigt es mich, mein bestes Selbst zu sein trotz all der Schwächen, mit denen ich jeden Tag leben muss.

So viel noch zu „Die Krone von Atlantis“: Percy kann der Wahrheit über seine Familie bald nicht mehr entgehen. Ich musste mir schließlich eine Antwort auf die Frage einfallen lassen, woher Percy kommt. Wie er von seiner Herkunft erfährt und was das mit ihm und seiner Ziehmutter – der illustren Gräfin Eleana – macht, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch bestellt. Lasst mich euch verraten: Es ist nicht das, wonach es aussieht. 😉

Eure Freya

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